Auf Takt

Carsten Stausberg laoshi und ich

Carsten Stausberg laoshi und ich

Am letzten Wochenende hatte Carsten Stausberg vom Yizong Bagua Germany zum ersten von insgesamt neun aufeinander aufbauenden Seminaren zum Thema Gao Bagua eingeladen. Ziel dieses ersten Seminars waren die Grundlagen im Bagua des Gao Stils. So sollten an diesem Wochenende Warm Up / Kräftigung und Dehnung für Bagua Zhang, 8 Handtechniken (Jiben Shoufa), Kreislaufen und Einfacher Handwechsel (Xiantian Bagua), Schritttechnik (Bufa) und  Anwendungsgrundlagen, Prinzipien und Technik Inhalte dieses ersten Seminars sein.

Das Seminar war komplett ausgebucht und so fanden sich am Samstag morgen insgesamt 12 Teilnehmer in der Trainingshalle der Aikido Schule Bodo Rödel in Köln Ehrenfeld ein.
Nach einer kurzen Begrüßung begann das Seminar mit einer kleinen Einleitung dazu, was die Teilnehmer von diesen neun Seminarblöcken erwarten können und wo die Grenzen einer solchen Seminarreihe sind. Geplant ist die einzelnen Seminare in einem Abstand von 3 Monaten stattfinden zu lassen. Am Ende soll jedem Teilnehmer das gesamte Trainingsprogramm des Gao Bagua zur Verfügung stehen.

Natürlich, so betonte Carsten Stausberg in diesem Zusammenhang, kann es sich hierbei nicht um eine Trainerausbildung oder ähnliches handeln. Lediglich die Werkzeuge werden am Ende zur Verfügung stehen. Was am Ende ein jeder daraus macht, bleibt dem eigenen Fleiß des einzelnen überlassen. Carsten Stausberg betonte in diesem Zusammenhang, das die in den Seminaren vermittelten Inhalte aber auch ein große Bereicherung für die Ausübung des jeweiligen Stils, den die Teilnehmer verfolgen, darstellen kann.

Der Bagua Gao Stil legt besonderen Wert auf die Anwendung und Ausführbarkeit. So war jeder Seminartag erst einmal grob in zwei Blöcke unterteilt. Erst die Vermittlung der einzelnen Techniken am Vormittag und im Anschluss dann die Anwendungen zu den am Vormittag vermittelten Inhalten.

Tag Eins

Begonnen wurde er erste Tag nach einem sehr kurzen Aufwärmen mit den 8 Handtechniken (Jiben Shoufa). Jiben Gong oder hier Jiben Shoufa ist eigentlich immer ein fester Bestandteil einer jeden traditionellen Kampfkunst. Einfach gehaltene Bewegungen, die aber grundsätzliche Bewegungsabläufe und/oder Konzepte des jeweiligen Stils beinhalten. Häufig von vielen als „Anfängertraining“ abgetan, bieten diese aber ebenso für die „Fortgeschrittenen“ noch genügend Potential, um immer wieder geübt zu werden.

Die Jiben Shoufa eigenen sich zudem noch hervorragend, um ein Aufwärmtraining zu gestalten, da hier wirklich alle Muskelgruppen und Gelenke langsam bewegt und warm gemacht werden.  Was sich an dem Morgen sehr gut an den ersten Schweißflecken  – auch auf meinem T-Shirt – bemerkbar machte.

Nachdem wir zusammen diese ersten Übungen durchgeführt hatten, fasste Carsten Stausberg in einer kurzen Demonstration für alle noch einmal die eben durchgeführten Abschnitte zusammen.

Weiter ging es mit den  ersten beiden Tiangan Sets des Gao Bagua. Jedes dieser Sets besteht aus einer „großen“ und einer „kleinen“ Variante, wobei die, wie wir schon in der ersten feststellen mussten, nicht immer einfach auseinander zu halten sind. Die an diesem Tag geübten Sets stellten besondere Herausforderungen an die untere Rückenmuskulatur. Weshalb Carsten Stausberg die Teilnehmer darauf hinwies, das diese besonders zu Anfang nicht zu häufig und zu intensiv geübt werden sollten. Später, so führte er noch aus, werden diese Übungen noch gesondert für die „Energiearbeit“ im Gao Stil verwendet. Doch das komme eben … später und war nicht Teil dieses Einführungslehrgangs.  Der Rest des Vormittags wurde dann mit den klassischen Schrittfolgen (Bufa) des Bagua beendet. Dazu kam noch der einfache Handwechsel und eine Vorbereitung auf den ersten Handwechsel der „Schlange“.

Zwischendurch wurde für die Teilnehmer durch Carsten Stausberg immer wieder in kurzen Demonstrationen die einzelnen eben durchgeführten Lernabschnitte in einer Demonstration zusammengefasst.

Nach einem ausgedehnten Mittagessen ging es dann im zweiten Teil des ersten Tages über zu den Anwendungen.  Anwendungen, so wurde immer wieder betont, bilden das zentrale Element im Gao Bagua, wie es von Luo Dexiu Laoshi weitergegeben wird.

So begannen wir zu zweit die am Vormittag vermittelten Inhalte durch Anwendungen mit Leben zu versehen. Nach und nach wurden die Abläufe immer komplexer. Nicht aber ohne das Seitens des Lehrers der eben gelernte Abschnitt für alle noch einmal zusammengefasst wurde. So wurden Grundlagen geschaffen, die das Verständnis für die Konzepte des Bagua immer mehr eröffneten.

Natürlich endete der Tag, wie ich es aus den Seminar(en) von Luo Dexiu Laoshi kannte, mit Würfen – eine der Spezialitäten de Bagua.

Tag Zwei

Frisch und ausgeruht – ich hatte den Abend in der Sauna des Neptunbad verbracht – ging es am nächsten Morgen weiter. Begonnen wurde zum Aufwärmen mit einer Wiederholung der Lerninhalte des ersten Tages. Der Vormittag war dann dem Erweitern des ersten Handwechsels – der Schlange – sowie weiteren Übungen zum Kreisgehen gewidmet.
Unterbrochen immer wieder durch kurze Zusammenfassungen des eben geübten von Carsten Stausberg. So hatte man immer wieder die Möglichkeit die einzelnen Inhalte in einem Zusammenhang zu rekapitulieren.

Ich, konzentriert am üben.

Ich, konzentriert am üben.

Während des zweiten Vormittags gab Carsten Stausberg auch immer wieder Hinweise und Tipps zum späteren, eigenständigen Training. Man kann einzelne Übungen kraftvoll, tief stehend, intensiv durchführen, oder etwas gelockerter mit dem Fokus auf die einzelnen Bewegungsabläufe. Das einzige, was es nicht gibt, so betonte er nochmals ist ein „sloopy training“ in der Art „Ich mach das jetzt mal so, bin aber mit dem Kopf woanders“. Das Training ist immer intensiv und fokussiert, aber nicht immer unbedingt Kraft- oder Schweißtreibend.

Nach der Mittagspause ging es dann wieder in… Anwendungen! Diesmal mehr mit dem Fokus auf die möglichen Anwendungen, die sich aus dem ersten Handwechsel der „Schlange“ ergeben. Oder zumindest einen Teil davon. Hier ging es auch weiterhin darum die Konzept des Bagua in kleinen Einzelschritten zu vermitteln, als den den Anspruch zu haben „Alle“ zu zeigen.

Das Bagua hat für sich den Anspruch wandelbar zu sein. Wenn etwas nicht funktioniert versuche ich etwas anderes. Basierend auf dieser Idee ermutigte Carsten Stausberg die Teilnehmer später sich auch mehr und mehr Gedanken darüber zumachen, wie, in welcher Situation was Anwendbar wäre. Natürlich nicht ohne darauf hinzuweisen, das wir erst einmal versuchen sollten das Gelernte zu verinnerlichen, um dann Schritt für Schritt weiter zu gehen.

Natürlich endete der Tag mit Würfen. Auch hier wurde wieder ein wichtiger Übungshinweis gegeben. Wenn du dich bei einem Wurf anstrengen musst .. dann machst Du was falsch. Nutze das Momentum, nutze die Bewegungsrichtung des Gegners. Versuche in einer Kampfsituation in eine für Dich vorteilhafte Situation zu kommen. Nutze die Schwachpunkte des Körpers des anderen.

Ich habe die zwei Tage wirklich genossen. Mir hat der klare und strukturierte Aufbau des Seminars gefallen. Mein Dank geht auch an die weiteren Teilnehmer, die zu der freundlichen, respektvollen und konzentrierten  Trainingsatmosphäre beigetragen haben. Zudem hat mir eben die einfache Heranführung an die Konzepte der Bagua und der Würfe die Möglichkeit gegeben die Informationen, die ich aus anderen Seminaren gewonnen habe, wie lose Enden zu einem Tau zusammenzubinden.

Weitere Infos zur Schule von Carsten Stausberg:
[mantra-button-light url=“http://www.yizongbagua.de/“]http://www.yizongbagua.de/[/mantra-button-light]

Bookmark the permalink.

Schreibe einen Kommentar