Drei Hände

Teilnehmer des Workshops

Teilnehmer des Workshops

Am letzten Wochenende hatte Jochen Wolfgramm laoshi zu seinem Workshop „Die drei Hände“ in die Zhen Wu Osnabrück eingeladen.
Der Workshop sollte sich mit den drei verschiedenen Partnerübungen Tui Shou (Push Hands), Rou Shou (Soft Hands) und San Shou (Free Hands) befassen.

Der Workshop war an einem Samstag Nachmittag für drei Stunden von 15:00 – 18:00 Uhr angesetzt. Eine sehr schöne Idee wie ich fand. So konnte man entspannt an- und abreisen und hatte doch drei volle, intensive Stunden mit vielen Eindrücken und neuen Erfahrungen.

Schon im Vorwege war es den Teilnehmern freigestellt, in wie weit sie an den einzelnen Themengebieten teilnehmen wollten. So gab es auch die Möglichkeit sich gegebenenfalls die vollen drei Stunden mit unterschiedlichen Partnern nur mit dem bekannten Tui Shou zu beschäftigen.

Doch durch die gute Organisation des Workshops haben fast alle Teilnehmer dann doch das gesamte Programm bis zum San Shou wahrgenommen.

Tui Shou

Begonnen wurde in der ersten Stunde mit Tui Shou. Vielen ist diese Partnerübung aus dem Stil TaiJi bekannt. Als Basisübung wurde hier die „Fixed Step“ Variante gewählt, bei der die Füße nicht den Boden verlassen sollten. Ein guter Einstieg, um die unterschiedlichen Teilnehmer kennen zu lernen. Wurde doch durch Jochen Wolfgramm laoshi der Wechsel der einzelnen Partner im Rahmen der Übungen und während des gesamten Workshops forciert.

Im Rahmen des Tui Shou wurde nun erst einmal besonderes Augenmerk auf das „Fühlen“ der Absicht des Partners und auch das „Fühlen“ der eigenen Aktion wert gelegt.

Während der Partnerübungen erläuterte Jochen Wolfgramm laoshi die Grundlegenden Konzepte dieser Übung und gab Tipps und Hinweise für die einzelnen Teilnehmer.

Rou Shou

Nachdem wir uns nun so kennen gelernt hatten konnten wir nach und nach diese Übung etwas erweitern bis wir fast fließend in den zweiten Teil das Rou Shou übergehen konnten.

Auch im Rou Shou begannen die ersten Übungen mehr auf der Stelle. Doch nun konnten auch schon die Hände mal den Partner verlassen und Handtechniken aus dem eigenen Stil zur Anwendung gebracht werden.

Natürlich konnte nach und nach keiner mehr nur auf der Stelle stehen bleiben, so das alle damit begannen bessere Winkel und verschiedenen Konzepte und Methoden zu probieren.

Wer Interesse hatte konnte nun auch damit beginnen Hebel, Würfe oder auch Tritte mit in die Übung zu integrieren – natürlich immer in Absprache mit dem Partner.

Auch hier begleitete Jochen Wolfgramm laoshi die Übenden mit Ausführungen und Tipps zu diesem Trainingskonzept.

Für den Rou Shou Part des Workshops hatten wir nun die Räumlichkeiten gewechselt und waren in den mit Matten ausgelegten Bereich der Zhen Wu Schule Osnabrück ausgewichen. Konnte hier doch auch mal einen Wurf zur Ausführung kommen.

San Shou

Nachdem wir uns nun so schon ein wenig „eingespielt“ hatten stand es den Teilnehmern frei auch an dem dritten Teil dem San Shou teil zu nehmen.

Für das San Shou wurden Schienbeinschützer, Tiefschutz und Fäustlinge angezogen und es konnte mal „zur Sache“ gehen. Jetzt wurde eben einmal geschaut wie die eigenen Techniken und gewonnenen Erfahrungen aus den vorangegangenen zwei Stunden sich im Freikampf anwenden lassen.

Auch hier wurde diese Teil des Workshops von Jochen Wolfgramm loashi sehr professionell durch entsprechende Tipps und Hinweise begleitet. So musste niemand Angst davor haben durch übermäßige Härte verletzt zu werden. Ging es doch vorrangig darum diese Situation einmal kennen zu lernen.

Jochen Wolfgramm laoshi machte dabei deutlich, dass diese Übung aufgrund der Limitierungen – auch hier wollen wir unseren Trainingspartner nicht ernsthaft verletzen – nichts mit einer echten Kampfsituation zu tun hat.

Dennoch musste ich feststellen, wie schnell doch die tollen Konzepte und Methoden, die man so bisher immer geübt hatte mit einem mal auf einfache Fauststöße und Blöcke reduziert werden.

Es ist schon etwas anderes, wenn der Trainingspartner mit einem mal mit voller Geschwindigkeit auf einen einstürmt. Schnell merkt man dabei auch wie anstrengend nur wenige Minuten eines Kampfes sein können.

Mein besonderer Dank geht hierbei an Dennis Prieß laoshi, der während der ganzen Zeit fast allen Teilnehmern als Trainingspartner mit seiner Erfahrung zur Verfügung stand.

Es gibt noch viel zu tun

In der Nachbetrachtung habe ich festgestellt, das ich schon sehr zufrieden bin mit dem Fortschritt, den ich in den letzten Jahren gemacht habe. Gerade im Rou Shou konnte ich auf viel mehr Varianten und Techniken zurückgreifen, die ich in den letzten Jahren gelernt und geübt habe.
Eben hier konnte ich viel ausprobieren, testen und scheitern.

Mir ist dabei wiedermal klar geworden, wie wichtig gerade das Partnertraining für die Entwicklung des eigenen Gong Fu ist.

Eben das Scheitern empfinde ich als einen wichtigen Teil bei diesen Übungen. Nicht in vermeintlich funktionierende Technikabfolgen zu verfallen, weil damit die Chance besteht „zu Gewinnen“. Sondern auszuprobieren, zu testen und damit Erfahrungen zu sammeln. Eben das bieten diese Übungskonzepte.

Es sind aber eben Übungskonzepte, um zu probieren, oder wie es Jochen Wolgramm laoshi in seinen Ausführungen anmerkte „keine dieser Übungen bereitet einen auf einen wirklichen Kampf vor“.

Sie bieten im partnerschaftlichen Umfeld die Möglichkeit sich selbst weiter zu entwickeln sei es Technisch oder auch Mental. Zeigt eben jede einzelne dieser Übungen sehr schnell wieder die eigenen Grenzen auf oder vielmehr die Bereiche an denen noch viel Arbeit ansteht.

Mein Dank geht hier wiedermal an alle Beteiligten des Workshops. Es war eine tolle, freundschaftliche Atmosphäre in der ich viel probieren und austesten konnte.

Natürlich durfte am Ende das gemeinschaftliche Essen nicht fehlen, bei dem wir uns noch über Gong Fu und den vergangenen Workshop mit viel Spaß und Lachen unterhalten haben.

Weitere Infos zur Zen Wu Schule Osnabrück

 

Aktuelles Seminar 14. Mai 2016
http://www.zhenwu-osnabrueck.de/infos/termine/termin/3-haende-seminar/event/tx_cal_phpicalendar/14/05/2016/

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