Kick it like Bagua

sechte-houtian

Carsten Stausberg Laoshi und ich

Am letzten Wochenende hatte Carsten Stausberg Laoshi von Yizong Bagua Deutschland zum Workshop der 6 Linie (Houtien) des Gao Bagua Stils nach Köln eingeladen. Die Teilnahme an diesem Workshop erfolgte nur auf persönliche Einladung, da für diese Linie bestimmte Grundlagen des Gao Bagua Stils als Voraussetzung zugrunde gelegt waren.

Da ich leider aufgrund von gesundheitlichen Ausfällen schon an den Workshops der dritten als auch fünften Linie nicht teilnehmen konnte, empfand ich es als besondere Ehre dann doch zu diesem Workshop eingeladen worden zu sein. Zum Glück konnte ich zumindest die dritte Houtian im Rahmen eines Workshops mit Luo Deixu Laoshi schon erlernen.

Für alle die jetzt mitgezählt haben und sich wundern wo die vierte Linie geblieben ist, hier ein kurze Erklärung.

Aufgrund der Komplexität und Anforderungen an Koordination und Verständnis wird die vierte Linie erst später im System unterrichtet. Wenn eben oben und unten zusammengeführt sind.

Beschäftigen sich die ersten Linien überwiegend mit dem oberen Bereich des Körpers – Fauststöße, Kombinationen, Ellenbogen usw. geht die sechste Linie auf die Tritttechniken im Bagua ein.

Doch nicht nur Tritte werden in dieser Linie vermittelt. Carsten Stausberg Laoshi erklärte den Teilnehmern während des Unterrichts das die Techniken viele Anlehnungen an das Shuai Jiao haben und je nach Distanz auch als Würfe Verwendung finden können.

Da der Gao Stil seinen Ursprung im Cheng Bagua hat, das wiederum aufgrund der Vorbildung des „Gründers“ Cheng Tinghua viele Bezüge zum Shuai Jiao hat, liegt es nahe das eben Würfe und Eingangstechniken hier ihren Weg in den Stil gefunden haben.

Carsten Stausberg Laoshi hatte für die Teilnehmer ein volles Programm für die zwei Tage vorbereitet. Wie er selbst ausführte wäre der Unterrichtsstoff der zwei Tage eigentlich genug Material, um damit zwei Workshops zu füllen. Doch mit dem stetigen voranschreiten der Schüler wächst auch die Anforderung an diese.

Erster Tag

Der erste Tag begann mit einem neuen Programm und Übungen zur Dehnung. Hier beschäftigten wir uns besonders mit der Form des „ballistischen Dehnens“. Die Übungen kamen mir sehr bekannt vor. Langsam federnd in die Dehnung gehen.

Nun diese Übungen waren lange Zeit verpönt, doch Carsten Stausberg Laoshi zeigte uns Wege auf, wie wir diese Dehnungsmehode gut in das Training integrieren können ohne Verletzungen an Sehnen oder Muskeln davon zu tragen.

Nun wir waren noch frisch und kurz danach begann wir auch erst einmal mit dem Abschluss des Kreisgehens. Die meisten Teilnehmer hatten schon alle acht großen Handwechsel des Xiantian gelernt. Was sollte nun noch kommen? Hände heben und senken?

Doch so einen einfachen Spaß kann man in dem Gao Bagua nicht erwarten. Der Abschluss besteht nochmals aus 5 unterschiedlichen Handwechseln, die viele Varianten der acht großen Handwechsel enthalten. „Wu Long Bai Wei“ – die fünf Drachen schlagen mit dem Schwanz ist komplex und wird in direkter Folge nacheinander ausgeführt.

Nun hatte ich die Ansage verstanden. Alleine diese Übung hätte sonst schon für einen Tag gereicht. Nun musste das ganze Programm aber schon am Vormittag in unseren Kopf.

Am Nachmittag begannen wir mit den ersten Ji Ben Gong Übungen für die Tritttechniken. Diese sind direkt aus den Grundübungen für des Shuai Jiao übernommen.

Wie gesagt .. am ersten Tag ist man noch Fit also begannen wir gleich mit den ersten drei Linien der sechsten Houtian. Tritte, Tritte, Tritte, immer wieder unterbrochen durch die Übungen der Anwendungen für die einzelnen Linien.

Zweiter Tag

Während die meisten regulären Schüler sich am Vormittag nochmals mit der Wu Long Bai Wai auseinandersetzen konnten, hatten wir externe Schüler die Möglichkeit einmal durch die uns bekannten Handwechsel zu gehen und wurden dabei von Carsten Stausberg Laoshi verbessert.

Schon ging es an diesem Vormittag weiter mit den nächsten Bahnen der sechsten Houtian und deren Anwendungen.

Nachdem wir so den Vormittag verbracht und uns – wie üblich bei einem ausgedehnten Mittag angeregt über Kampfkunst unterhalten hatten – ging es am Nachmittag mit den letzten Bahnen der sechsten Linie weiter.

Natürlich standen hier vor den Linien die letzten sechs Ji Ben Gong Übungen aus dem Shuai Jiao auf dem Programm. Carsten Stausberg Laoshi betonte hierbei, das die Menge und Abfolge willkürlich gewählt ist. Wir sollten ruhig einmal auf Youtube schauen, welche Übungen aus dem Shuai Jiao wir noch finden und diese in das Training integrieren.

Hier mein Video Beitrag dazu.

Ich fand es toll viele Übungen wieder zu erkennen, die ich in einem Seminar der Zhen Wu mit Yu Shaoyi Laoshi schon einmal kennen lernen durfte.

Das Seminar war für mich super organisiert. Klar am zweiten Tag ist der Kopf voll und die Beine schwer. So hatten wir am Nachmittag nur noch drei Bahnen auf dem Programm.

Zwischendurch blieb dabei auch die Zeit Fragen zu stellen und verschiedene Aspekte unserer Kampfkunst zu besprechen. Carsten Stausberg Laoshi machte im Rahmen des Workshops den Teilnehmern auch klar, das „Welpenschutz“ nun nicht mehr gilt.

Er riet den einzelnen Teilnehmern an in den Übungen tiefer zu stehen, mehr „in die Übung zu gehen“, um den vollen Erfolg daraus zu ziehen.

Wie immer ein tolles, gut organisiertes Seminar mit tollen Beteiligten. Ich mag wirklich die freundliche, kollegiale Atmosphäre, die diesen Seminaren innewohnt.

Infos zum Seminarangebot der Yizong Bagua Schule

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